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Agenda für ein Bewegungsland Schweiz

Unsere Vision ist eine Schweiz, in der sich alle Menschen genügend bewegen können und Bewegung selbstverständlicher Teil des Alltags ist. Dazu hat die Allianz Bewegung, Sport und Gesundheit mit der «Agenda für ein Bewegungsland Schweiz» 20 konkrete Forderungen formuliert

Im Zentrum der Agenda steht die Erweiterung des heutigen Bundesamts für Sport (BASPO) zu einem Bundesamt für Sport und Bewegung, das die Zuständigkeiten bündelt und die Koordination zwischen den relevanten Politikbereichen Sport, Gesundheit, Bildung, Raumplanung, Mobilität und Umwelt sicherstellt.​ Damit soll der Stellenwert von Bewegung als grundlegendem Bestandteil der Gesundheitsförderung, sozialen Teilhabe und Lebensqualität der Bevölkerung gestärkt und auf nationaler Ebene klar zugeordnet und verankert werden. Denn für die Allianz ist klar: Es braucht ein nachhaltiges politisches Bekenntnis zu Bewegung und Sport als gesamtgesellschaftlichem Auftrag.

Die Agenda mit ihren 20 Forderungen ist in drei miteinander verknüpfte Handlungsfelder unterteilt:


Breitensport für alle

Der Breitensport mit seinem vielfältigen Angebotsspektrum kann zur Förderung eines aktiven Lebensstils einen wesentlichen Beitrag leisten. Der Breitensport hat deshalb gemäss unseren Vorstellungen das Ziel, die Sport- und Bewegungsförderung der gesamten Bevölkerung zu stärken.

  • Wir fordern, dass das BASPO ein «Kompetenzzentrum für Sport und Bewegung für alle» im Rahmen seiner Strategie Bewegungs- und Sportförderung 2040 aufbaut.

  • Wir fordern im Sportförderungsgesetz unter «2. Kapitel: Unterstützung von Programmen und Projekten» einen neuen Abschnitt zum Erwachsenensport. 
  • Wir fordern, dass das BASPO Voraussetzungen schafft, um Ehrenamtliche und Freiwillige im Breitensport stärker anzuerkennen und wertzuschätzen.

Bewegungsfreundliches Umfeld

Ein bewegungsfreundliches Umfeld stellt einen äusserst wichtigen Einflussfaktor auf die Gesundheit aller Bevölkerungsgruppen dar. Denn die Qualität des Umfelds dort, wo Menschen wohnen, arbeiten, lernen oder ihre Freizeit verbringen, ist eng verbunden mit der Art und dem Umfang der Bewegung im Alltag.

  • Wir fordern, dass die Thematik «bewegungsfreundliches Umfeld» im Raumkonzept des Bundes stärker verankert wird.

  • Wir fordern, dass der Gesundheitsnutzen als fünftes Wirkungskriterium in die Richtlinien des Programms Agglomerationsverkehr (PAV) aufgenommen wird.

  • Wir fordern, dass in allen Studiengängen für Städtebau, Landschaftsarchitektur, Verkehrsplanung, Landschaftsgärtnerei und Architektur verbindliche Lernziele zum bewegungsfreundlichen Umfeld verankert werden.

  • Wir fordern, dass der Velo- und Fussverkehr bei verkehrspolitischen Entscheiden, in der Verkehrsplanung und in der Verwaltung oberste Priorität erhalten – und dass sich diese Priorisierung klar in der Gesetzgebung widerspiegelt.

  • Wir fordern, dass wo immer möglich getrennte Infrastrukturen für Fuss- und Veloverkehr geschaffen werden, um die Sicherheit zu erhöhen und ein komfortables sowie rücksichtsvolles Miteinander zu gewährleisten.

  • Wir fordern, dass der Zugang zu öffentlichen Sport- und Freizeitanlagen und geeigneten Waldbereichen wo immer möglich kosten- und barrierefrei sichergestellt werden muss. 

Früh bewegt

Es ist zentral, das Bewegungsverhalten so früh wie möglich positiv zu beeinflussen und Bewegung in den Alltag einzubinden. Denn wer als Kleinkind und Kind körperlich aktiv ist und sich regelmässig und gern bewegt, wird dies mit hoher Wahrscheinlichkeit auch im Jugend- und Erwachsenenalter weiterhin machen. Wer so aufwächst, hat bessere Chancen, gesund zu bleiben.


  • Wir fordern, dass Gemeinden und Städte in allen Quartieren ein familien- und bewegungsfreundliches Umfeld schaffen – insbesondere für vulnerable Bevölkerungsgruppen.

  • Wir fordern, dass Kantone und Gemeinden bestehende Strukturen und Angebote gezielt nutzen, um Familien und Eltern für das Thema «früh bewegt» zu sensibilisieren und die Bedeutung von Bewegung für Kinder von Anfang an zu vermitteln.

  • Wir fordern, dass das BASPO 0-4-Jährige in der nationalen Sport- und Bewegungsförderstruktur einbindet.

  • Wir fordern, dass jede grössere Gemeinde bzw. jede Region eine:n Sport- und Bewegungskoordinator:in hat, welche:r die Koordination und die Zusammenarbeit der verschiedenen Sport- und Bewegungsangebote fördert und unterstützt. Im Speziellen soll die Zusammenarbeit mit den lokalen Vereinen und den kommerziellen Anbietern für die freiwilligen Schulsportangebote gefördert werden.

  • Wir fordern, digitale Medien gezielt einzusetzen, um Bewegungsangebote zu erweitern und leichter zugänglich zu machen.

  • Wir fordern, dass das Pensum im Fach Bewegung und Sport während der obligatorischen Schulzeit von 3 auf 5 Lektionen erhöht wird. 

  • Wir fordern, dass die Schulinstitutionen «bewegten Unterricht» systematisch in die Aus- und Weiterbildung aller Lehrpersonen und Fachpersonen Betreuung sowie weiterer in der Betreuung von Kleinkindern und Kindern tätiger Personen aufnehmen und konsequent ausbauen.

  • Wir fordern, dass Kantone und Gemeinden die Infrastruktur sowie die Raumplanung von Schulen, Kindergärten und Betreuungseinrichtungen bewegungsförderlich gestalten.

  • Wir fordern, dass Kantone und Gemeinden Schulwege sicher, übersichtlich und kindgerecht gestalten, so dass Kinder selbstständig und unfallfrei zur Schule gelangen können.

  • Wir fordern, dass der Bund eine nationale Sensibilisierungskampagne für Eltern und Betreuungspersonen initiiert, die darauf abzielt, Kinder selbstständig und sicher zur Schule gehen zu lassen.

  • Wir fordern, dass die Schulgemeinden den Zugang zu aktiver Mobilität für alle Kinder sicherstellen.


Laden Sie hier die ganze "Agenda für eine Bewegungslandschaft Schweiz" herunter:

Agenda für ein Bewegungsland Schweiz